Jubiläumsfeier 30 Jahre Grüner Ortsverband

30 Jahre Grüner Ortsverband – Engagement mit Haltung und Herz

Mit rund 180 Gästen feierte der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen sein 30-jähriges Bestehen – ein starkes Zeichen für drei Jahrzehnte konsequente, engagierte und zukunftsorientierte Politik vor Ort. Der Abend verband politische Impulse mit kulturellen Highlights und bot Raum für Rückblick, Austausch und Ausblick.

Die neu gewählten Ortsvorsitzenden Sissi Baudach und Martin Husch begrüßten zahlreiche Mitglieder, Unterstützerinnen sowie politische Wegbegleiterinnen aus Gemeinde und Landkreis. Mit dem Zitat von Erich Kästner – „Es gibt nichts Gutes – außer man tut es“ – machten sie deutlich, wofür grüne Politik seit 30 Jahren steht: anpacken, gestalten und Verantwortung übernehmen.

Was Grüne ausmacht

Unter dem Motto „Was Grüne ausmacht“ führte Fraktionsvorsitzende und Bezirksrätin Christina Feiler durch das Programm. Nach dem Grußwort von Bürgermeister Jürgen Götz, der die feste Verankerung der Grünen in der kommunalen Politik hervorhob, betonte die Kreisvorsitzende Jessica Hecht die Verantwortung für den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

 Inhaltliche Akzente setzte der Landtagsabgeordnete Patrick Friedl. Er unterstrich die Bedeutung des Schutzes unserer Demokratie vor rechtem Gedankengut, warnte vor einem Abbau bewährter Umweltstandards im Namen vermeintlicher Entbürokratisierung und machte deutlich: Die Klima-Erhitzung ist eine reale Bedrohung, die entschlossenes Handeln erfordert. Rückschritte bei der Energie- und Wärmewende auf Bundesebene sowie das Aufweichen der Klima-Neutralitäts-Ziele durch Markus Söder kritisierte er klar und deutlich.

Feministische Politik ist Zukunftspolitik

Der thematische Schwerpunkt des Abends lag auf der Gleichberechtigung in Politik und Gesellschaft. Christina Feiler stellte unmissverständlich klar: „Wir Grünen sind eine feministische Partei“. Paritätisch besetzte Gremien sind für uns kein Symbol, sondern gelebte Demokratie. Denn nur wenn Frauen – die Hälfte der Bevölkerung – gleichberechtigt vertreten sind, finden beispielsweise Themen wie Frauengesundheit, Pflege oder soziale Gerechtigkeit ausreichend Beachtung.

Die nach wie vor deutliche Unterrepräsentanz von Frauen in Bundestag, bayrischem Landtag und Gemeinderäten zeigt, wie viel noch zu tun bleibt. Dass es in Bayern noch mehr Bürgermeister gibt, die Thomas heißen, als Bürgermeisterinnen, mache deutlich, wie weit weg wir von einer ausgeglichenen Gesellschaft noch sind. Und mit einem Augenzwinkern vermutete sie, dass es bei Landräten nicht anders aussehen würde.

Im anschließenden „Grünen Sofagespräch“ diskutierten engagierte Kommunal- und Nachwuchs-Politikerinnen über Motivation, politische Teilhabe und die Bedeutung vielfältiger Perspektiven.Die Moderationen des Gesprächs übernahmen Christina Feiler und die Landtagsabgeordnete Kerstin Celina, die auch Gemeinderätin in Kürnach ist. Sie erinnert sich an die damalige Situation vor 18 Jahren im Gemeinderat mit 15 Männern und nur einer Frau. Da sie sich dadurch nicht repräsentiert fühlte, habe es sie damals geradezu “angestachelt”, politisch aktiv zu werden.

Karen Heußner (stellvertretende Landrätin und Zweite Bürgermeisterin von Thüngersheim) hob in diesem Zusammenhang ihr kulturelles Engagement hervor. Kultur, so betonte sie, sei weit mehr als ein Freizeitangebot – sie stifte Identität, schaffe Begegnung und ermögliche Dialog. Gerade in politisch bewegten Zeiten komme es darauf an, alle Menschen mitzunehmen, Brücken zu bauen und Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Sichtweisen respektvoll aufeinandertreffen können.

Jessica Hecht (Kreisvorsitzende von Würzburg Land und Gemeinderätin in Zell am Main) unterstrich die hohe Bedeutung politischer Bildung bereits im Schulalter. Demokratie müsse früh erlebbar gemacht werden – nicht nur als abstraktes System, sondern als gelebte Praxis. Dazu gehöre insbesondere die Fähigkeit, sich in Diskussionen in die Perspektive des Gegenübers hineinzuversetzen. Empathie für andere Sichtweisen sei eine zentrale Voraussetzung für konstruktiven Dialog und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer lerne, Argumente fair abzuwägen und andere Meinungen ernst zu nehmen, stärke damit nachhaltig unsere demokratische Kultur.

Die erst 21jährige Kreistagskandidatin Mia Morell (Leiterin des Jugendkreistags für 5 Jahre und Beisitzerin im Kreisvorstand) betonte, wie wichtig es sei, junge Menschen in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen – gerade bei Themen wie dem Wehrdienst, die ihre Zukunft unmittelbar betreffen.

Kultur, die bewegt

Für einen humorvollen und zugleich pointierten Beitrag sorgte Kabarettistin Heike Mix, vielen noch aus dem Veitshöchheimer Kabarett „Frei und Frank“ bekannt. Mit ihrem Chanson „Ich bin eine starke Frau“ und einer eigens für diesen Anlass umgedichteten Hymne („Ihr seid die Grünen, Hallelujah… und das macht ihr richtig gut!“) brachte sie das Publikum zum Lachen und erhielt großen Applaus.

Den musikalischen Schlusspunkt setzte die Black Velvet Band mit mitreißendem Irish Folk – ein stimmungsvoller Ausklang eines rundum gelungenen, bunt-grünen Abends.

 

30 Jahre Engagement – eine Erfolgsgeschichte

Der Rückblick auf drei Jahrzehnte grüner Politik in Veitshöchheim machte deutlich, wie viel durch beharrliches Engagement erreicht wurde. Mehrere langjährige Mitglieder wurden für ihre Verdienste und ihre Treue geehrt: mit Dr Sabine Stepper, Bernhard von der Goltz und Günter Thein drei ausscheidende Gemeinderäte; Gundekar Wirth, Amelie Bauch, Armin Genser und Günter Thein für ihre 30-jährige Parteizugehörigkeit.

Eine besondere Würdigung erhielt Günter Thein für 30 Jahre Einsatz als Ortsvorsitzender. In einer bewegenden Laudatio von Landratskandidat Sven Winzenhörlein wurde sein prägender Beitrag für die Entwicklung und Verwurzelung der Grünen vor Ort hervorgehoben. Symbolisch für sein nachhaltiges Wirken und seine Verwurzelung mit Veitshöchheim erhielt er einen Baum, der im Ortsgebiet gepflanzt werden soll – als lebendiges Zeichen für Beständigkeit, Wachstum und Zukunft.

Den musikalischen Schlusspunkt setzte die Black Velvet Band mit mitreißendem Irish Folk– Christian Hartung, Udo Hafner und Peter Wendel sorgten für gute Stimmung und dem richtigen Rhythmus zum Tanzen. 

Der Jubiläumsabend hat eindrucksvoll gezeigt: Seit 30 Jahren stehen wir Grünen vor Ort für Umwelt- und Klimaschutz, für Demokratie, Gleichberechtigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und wir werden auch weiterhin mit Mut, Haltung und Tatkraft an einer gerechten und nachhaltigen Zukunft arbeiten.

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