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04Jun

Artenschutzführung in Hettstadt

Mit gutem Beispiel voran

Grüne informieren sich in Hettstadt über Maßnahmen zum Artenschutz

Auf Einladung von Karen Heußner, Fraktionsvorsitzende im Würzburger Kreistag, trafen sich Grüne aus dem Landkreis, um sich bei Klaus Gottschlich, dem Umweltbeauftragten von Hettstadt und Leiter der Umweltinitiative „Runder Tisch“, über Maßnahmen zum Artenschutz zu informieren. Begleitet von Marion Betz, Vorsitzende des Bund Naturschutz Hettstadt und Mitglied des Runden Tisches, zeigte Gottschlich bei einer Wanderung durch die Hettstadter Flur, wie vorbildlich und konsequent Aktionen zum Erhalt unserer Natur und Umwelt umgesetzt werden können.

Das Beispiel einer Wiese stach heraus. Vor mehreren Jahren wurde hier eine dauerhafte Blühmischung gesät. Heute ist es das Zuhause von zahlreichen Insekten. Wildbienen und Schmetterlinge tummeln sich zwischen den Pflanzen. Mithilfe des Runden Tisches sei es gelungen, meint Gottschlich, eine Vernetzung von wertvollen Ökoflächen zu schaffen, wo selbst auf den Wegen das Gras stehen bleiben darf. So entstand ein Lebensraum, der Nahrung für alle Arten von Insekten bietet, aber auch Schutz für Niederwild wie Hasen oder Rebhühner. Heute ist die Wiese ein lehrreiches Beispiel, wie ein Boden mit geringer Qualität mittels Blühmischungen in eine wertvolle Ökofläche verwandelt werden konnte. Ein schönes Beispiel aber auch, wie Mensch und Natur wieder zusammenkommen. Landwirten entstehen dabei übrigens keine Kosten. Sie werden mit Fördermitteln des Freistaats schadlos gehalten. Gottschlich und Betz zeigten den Grünen schließlich auch ein Waldstück, das ganz der Natur überlassen wurde. Es ist Eigentum der Gemeinde und wurde für 20 Jahre aus der Bewirtschaftung genommen.

All das wäre ohne den Runden Tisch, an dem die unterschiedlichsten Parteien zusammenfinden, nicht möglich gewesen. Gottschlich betont daher, dass die Umweltinitiative von allen Fraktionen im Gemeinderat und von der Bürgermeisterin getragen und unterstützt wird. Mit am Runden Tisch sitzen außerdem der Bund Naturschutz, Landwirte, Jäger, Förster und Imker. Gruppierungen also, die früher nicht unbedingt miteinander gesprochen haben. Zugunsten der Natur aber werden hier alte Grenzlinien und Vorurteile überschritten. Gastgeberin Karin Heußner hat daher nicht zuletzt die Umwelt im Sinn, wenn sie feststellt: „wie gewinnbringend es für alle ist, wenn miteinander geredet wird“.

Für Kerstin Celina, MdL und Mitglied des Kreistags Würzburg, ist Hettstadt und die Öko-Modellregion Waldsassengau ein Paradebeispiel dafür, was erreicht werden kann, wenn die Menschen vor Ort dahinterstehen und sich einbringen können. Sie begrüßte es daher sehr, dass aufgrund des Volksbegehrens zum Artenschutz weitere Öko-Modellregionen eingerichtet werden sollen und wünschte sich, „alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Landkreis sollten nach Hettstadt kommen und sich dieses vorbildliche Projekt ansehen.“ Einen Termin schlug sie auch schon vor: Am besten gleich nächstes Frühjahr nach der Kommunalwahl.

Rita Heeg, Kreisrätin und Mitbegründerin des Bund Naturschutzes Hettstadt, betonte, wie gut sich die Ortsgruppe entwickelt hat und wie positiv die Mitwirkung des Bund Naturschutzes in der Gemeinde aufgenommen wird.

Günter Thein, Umweltreferent im benachbarten Veitshöchheim, freute sich über die wertvollen Anregungen und Informationen von Klaus Gottschlich aus ganz besonderem Grund. Nach dem Muster des Runden Tisches plant er für Veitshöchheim die Gründung eines Umweltbeirats. Thein: „Ich wünsche mir für Veitshöchheim eine ähnlich gute und effiziente Zusammenarbeit wie ich sie hier in Hettstadt sehe. Der Runde Tisch zeigt beispielhaft, was möglich ist.“

Klaus Gottschlich sicherte Thein für das Vorhaben seine volle Unterstützung zu und richtete schließlich auch noch eine Bitte an die die Landespolitik. Es wäre fatal, gab er zu bedenken, wenn sich Initiativen wie der „Runde Tisch“ mangels landespolitischer Unterstützung nicht entwickeln könnten. Daher mahnt Gottschlich: „Wir haben die Verantwortung, unseren Kindern eine Welt zu hinterlassen, wie wir selbst sie gerne hätten. Deshalb müssen wir in den Orten handeln und im Landtag muss ein günstiger Rahmen dafür geschaffen werden.“ Ganz konkret gab er Kerstin Celina den Wunsch mit, im Landtag dafür zu sorgen, dass Blühwiesen, die jetzt angelegt werden, nicht, wie das derzeitige Förderprogramm vorsieht, nach fünf Jahren umgebrochen werden müssen. Um Insekten und anderen Tieren dauerhaft Schutz zu gewähren, müsse dringend eine flexiblere Lösung gefunden werden.

Verfasst am 04.06.2019 um 20:12 Uhr von .
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